Musikschule als Bildungseinrichtung und Ergänzungsschule

Erfüllt die Musikschule nur den Wunsch einer hobbyalen Beschäftigung?

Unserer Musikschule leistet wesentlich mehr. Sie ist eine Bildungseinrichtung zur Unterstützung und Ergänzung allgemeinbildender Schulen. Sie ist in der Lage, Schülerinnen und Schülern die Grundlagen und das Wissen zu vermitteln dass sie später beruflich nutzen zu können.

Nach Deutschem Recht und ständiger Rechtsprechung ist der Unternehmer Träger einer Bildungseinrichtung, wenn er selbst entgeltliche Unterrichtsleistungen gegenüber seinen Vertragspartnern (z.B. Schüler, Studenten…) anbietet. Dies erfordert ein festliegendes Lehrprogramm und Lehrpläne zur Vermittlung eines Unterrichtsstoffes für die Erreichung eines bestimmten Lehrgangszieles sowie geeignete Unterrichtsräume oder – vorrichtungen. Der Betrieb der Bildungseinrichtung muss auf eine gewisse Dauer angelegt sein… Der Unternehmer muss Leistungen ausführen, die ihrer Art nach den Zweck der Berufsaus- oder der Berufsfortbildung dienen… Weder allgemeinbildend noch berufsbildend sind Veranstaltungen….zur Pflege und Vervollkommnung einer Liebhaberei der Teilnehmer, wie z.B. Unterricht im Reiten, Fechten.

     Ergänzungsschulen sind solche Einrichtungen eines privaten Trägers, die zwar die Merkmale einer Schule erfüllen, aber nicht Ersatzschulen sind. Ihrem Wesen nach sollen sie das öffentliche Schulwesen ergänzen, weil entsprechende öffentliche Schulen entweder fehlen oder nicht…vorgesehen sind …(Peter/Burhoff/Stöcker).

 

Zwei Beispiele aus unserem Musikschulalltag:

1) Marc, ein langjähriger Schüler der bei uns Keyboard lernt, fragt, ob ich ihm die Zusammenhänge einer Kadenz erklären könne. Ich habe ihm das Modell bzw. den Aufbau einer Tonleiter mit seinen 8 Stufen, die Stufen der Kadenz sowie die Bildung von Akkorden erklärt. Er konnte meine Erläuterungen sehr gut nachvollziehen und hat sie verstanden. In der nächsten Stunde erzählte er mir, dass er seinen Mitschülern erklärt hat, wie eine Kadenz entsteht bzw. was eine Kadenz ist. Dieses hat sich positiv auf seine Note im Fach Musik ausgewirkt.

2) Meine damals 12-jährige Schülerin Reikja stellte mir die Frage, ob die Musik der Beatles der Epoche der neuen oder der alten Musik zuzuordnen sei. In der Schule muss es darüber wohl heftige Diskussionen gegeben haben. „Natürlich der neueren Musik“ war meine Antwort. Ich erklärte ihr, dass die Musik der Beatles für sie vielleicht alt sei, sie aber dennoch nicht der sog. alten Musik – von der Epoche her gesehen- zuzuordnen sei und nannte ihr Beispiele aus den verschiedenen Epochen.

Dass Schüler bzw. deren Erziehungsberechtigte mit unserer Unterrichtsleistung zufrieden sind verdeutlichen folgende Aussagen:

     Unsere Töchter haben bereits den Wunsch geäußert, dass sie ihre erworbenen Erkenntnisse auch beruflich nutzen wollen. Dieser Wunsch könnte ohne die private Musikausbildung kaum erfüllt werden. Der Musikunterricht wird in den Tagesablauf eingebunden wie die Schulzeiten. Es wird zu Hause geübt und die gelernten Sachen nachgearbeitet. Es ist folglich kein Zeitvertreib oder Hobby, sondern eine Fort- und Weiterbildung, die ähnliche Abläufe enthält wie die allgemeinbildender Schulen.(Elisabeth W.)

 

     Durch die Fort- und Weiterbildung an einer privaten Musikschule profitiert das Kind/ der Schüler nicht nur indem er ein Instrument erlernt, sondern der individuelle Unterricht wirkt sich auch auf die Konzentrationsfähigkeit positiv aus, was sich auch in anderen Unterrichtsfächern der Schule vorteilhaft bemerkbar macht. Diese Faktoren bewirken, dass die Schüler zufriedener, selbstbewusster und motivierter an schulische und private Aufgaben herantreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Unterricht an einer privaten Musikschule ein Talent entdeckt und gefördert werden kann, ist wesentlich höher als dies in Regelschulen der Fall ist. Eine berufliche Orientierung in Richtung Musik/ Musiker wird durch eine private Musikausbildung stark gefördert. (Sybille S.)

 

     Wir befürworten die Zugehörigkeit zu einer privaten Musikschule, weil wir Musik als Gegenstand der Allgemeinbildung halten, die in dieser Form in keinem ausreichenden Maß durch die staatlichen Schulen gewährleistet ist. (Klaus und Birgit F.)